"Ich verbinde mit diesem Buch die Hoffnung, dass die Worte darin ein weite­rer Schritt auf dem Weg sind, der Wahrheit die Ehre zu geben und damit die Macht zu entmachten. Hinter den Stand kann nun keiner mehr zurück. Das ist enorm wichtig. Ich bin sicher, dass der "Unheilige Berg" nun die Gespräche auf eine neue Ebene heben wird. Er ist ein Meilenstein in der Debatte."

Pater Godehard Brüntrup SJ



"Ich glaube, dass Sie ein wichtiges Buch geschrieben haben, gerade auch weil es an manchen Stellen "unbequem" ist."
Stefan Vesper, Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken

 

 

"Herausgekommen ist eine genaue und atemberaubende Analyse von Strukturen und „Kulturen“, die den Missbrauch ermöglicht haben. Ein wichtiges, hochaktuelles und spannend zu lesendes Buch!"

Claudia Igney, Vielfalt e. V.

 

 

„Es gibt nur wenige, so wie Ebba Hagenberg-Miliu, die sich dem Thema stellen und langfristig dran bleiben. Mögen aus solchen Büchern einmal Bestseller werden!"
Norbert Denef, Vorsitzender von netzwerkB

 

 

„Dieses Buch ist ein Baustein für das Projekt einer ge­samtgesellschaftlichen Aufarbeitung der Gewalt gegen Kinder und des Missbrauchs von Kindern."

Matthias Katsch, Sprecher des Eckigen Tischs

 

 

"Das vorliegende Buch ist ein Meilenstein der Aufklärung über die Miss­brauchsfälle am Aloisiuskolleg. Ohne die Betroffenen, die darin sprechen, ist die weitere Aufarbeitung nicht möglich. "

Heiko Schnitzler, Geschäftsführer des Eckigen Tischs

 

 

 

"Das Buch vermittelt im Unterschied zu den wissenschaftlichen Studien über den Missbrauch am Aloisiuskolleg die Ich-Perspektive der Betroffenen. Es wird bei uns im Haus eine gewichtige Rolle spielen. Es gibt keinen Schlussstrich. Für mich ist es eine Wunde, dass sich nur der frühere AKO-Rektor Pater Theo Schneider als Autor verweigert hat."

Pater Johannes Siebner SJ, AKO-Rektor

 

 

 

"Herzlichen Glückwunsch zu der Herausgeber-Leistung und auch der Gesamtleistung der  Jahre seit 2010."

Pater Klaus Mertes SJ

 

 

 

 

“Das Buch ist die erste Tat einer wirklich gerechten Aufarbei-

tung. Erstmals werden Missbrauchsopfer, die Politik und die Institution, an der sich die Taten abspielten, an einem Ort zusammengeführt, der für jeden zugänglich ist: in einem Buch für jedermann.”

Simon Kolter, 15, Chefredakteur der Schülerzeitung des Aloisiuskollegs

 

 

 

"Der "Unheilige Berg" ist ein Pionierwerk, das detailliert  Machtmissbrauch an einer deutschen Schule beschreibt."

Anselm Neft, Schriftsteller

 

 

 

„Ich finde, dass es ein großartiges Buch geworden ist.
Besonders die "Breite" der Autorinnen und Autoren beeindruckt mich und zeigt, wie gut Sie als Interviewpartnerin angenommen worden sind und in welchem Umfang Ihre journalistische Arbeit anerkannt ist."

Professor Arnfried Bintig

 

 

 

"In "Unheiliger Berg" wird der Machtmiss-brauch am Ako aus allen Perspektiven analysiert: von Betroffenen und Angehörigen, Mitschülern, Vertretern von Schule, Internat und Orden, von Politik, Justiz und Opferschutz."

Bettina Köhl, General-Anzeiger Bonn

 

 

 

"Ein hervorragendes Buch hat die Bonner Kollegin Ebba Hagenberg-Miliu da herausgegeben: Da kann man viel darüber lernen, wie im Jesuitenorden mit dem Thema umgegangen wurde und wird."

Christoph Fleischmann, Journalist

 

 

 


"... Wie sehr die Opfer auch Jahre nach dem Missbrauch noch lei-

den, hat gerade erst ein neu erschienenes Buch mit dem Titel „Unheiliger Berg“ eindrücklich dar-

gelegt."

Walter Bau, WAZ

 

 

 

 

"Das Ergreifende auf 288 Seiten sind die Darstellungen ehemaliger Opfer und ihrer Angehörigen. Ihre Scham vor Entdeckung auf der einen Seite und die perfide Vorgehensweise insbesondere des ehemaligen Schulleiters, um sich seinen Opfern anzunähern."

Philipp Königs, Bonner Rundschau

Theaterstück

 

 

21. Januar 2016

Uraufführung des Stücks "Bilder von uns" von Thomas Melle im Theater Bonn

Ein Theaterstück, das auf den Opfertexten des Buchs "Unheiliger Berg" aufbaut

Foto: Theater Bonn

 

 

 

Meine Besprechung von "Bilder von uns" im General-Anzeiger Bonn am 1. Februar 2016

Thomas Melles Stück ist Fiktion. Aber es tun sich auch Parallelen zum Missbrauchsskandal am Aloisiuskolleg auf

Von Ebba Hagenberg-Miliu

 

Thomas Melles Stück ist Fiktion. Es erzählt Geschichten des Machtmissbrauchs an Schwachen da weiter, wo sich die Täter längst davongemacht haben und die Opfer sich von innen her zerfressen. Und das kann überall handeln: bei den Regensburger Domspatzen, in der Odenwaldschule, in Familien, auf der Kölner Domplatte, überall da, wo Menschen Menschen Gewalt antun. Ursprünglich habe er deutlicher vom Faktischen des Skandals an seiner eigenen Schule Aloisiuskolleg (Ako) abweichen wollen, erklärte Melle im GA-Interview. Aber dann habe er sich gesagt: „Warum eigentlich? Es ist doch alles genau der richtige Rahmen für den Kampf, den ich beschreiben will.“ Und wirklich: In der Story dieser Beispielschule ist fürs Stück alles da, was der Dramatiker braucht. Und Melle hat zugegriffen, sei es aus den eigenen Ako-Erinnerungen, sei es aus den Aufklärungsberichten oder den im Buch „Unheiliger Berg“ dokumentierten Texten der Opfer.

 

Das „Franz-Xaver-Kolleg“ des Theaterstücks ist auch das Ako. Seine „langen Fluchten, Marmorstatuen, Marmorböden“ sind gleich denen der Internatsvilla Stella Rheni, wo der „Pater Stein“ des Stücks jeden Morgen im Keller nackt  „mit halber Erektion“ die kleinen Internatsjungen kalt abduscht – „unbedingt“, wie Melle sagt, ist sein Pater Stein mit dem Ako-Hauptbeschuldigten der 1970er bis 1990er Jahre, Pater Ludger Stüper, zu vergleichen. Der habe sich seit den 1960ern ein „Fürstentum“ aufgebaut, in das er möglichst die Jungen mit den „Barbourjacken“ lädt, so Melle.

 

Die real geschehenen Segelfahrten mit den „Lieblingen“ klingen im Theaterstück an, die Saunabesuche, die Rituale des „Knechtens“, das perverse Zäpfchensetzen – und der Missbrauch, die Vergewaltigungen. In die enge Putzkammer sperrt sich der Pater mit dem Opfer ein, grunzend atmend wie vom realen Opfer dokumentiert. Wer sich nicht beugt, fliegt ohne Abschluss vom Kolleg. Denn der Pater hat schon neue Lieblinge im Blick, deren Mütter er überzeugt, auch vom direkten Umfeld aus den Sohn ins Internat zu schicken. Alles das hat direkte Ako-Parallelen. Melle spricht vom „systematischen und jahrzehntelang währenden Missbrauch auf mehreren Ebenen und in den vielfältigsten Formen“, auch das durchaus der realen Analyse gleich.

 

„Der perverse Geistliche“, so Melle, fotografiert die Kinder zudem nackt, wie in der Ako-Historie auch im Stück „fürs Jahrbuch“, für seine „Privatsammlung“, für die Wände der Internatsvilla, die selbst die Eltern kritiklos betrachten. Und um diese Bilder sowie das, was sie in den Fotografierten auch nach Jahrzehnten auslösen, kreist Melles Story. Auch da kann der Autor mit Bausteinen des realen Geschehens arbeiten. Etwa mit der Angst der Betroffenen, Ex-Mitschüler „Matuschka“, der damals Schlüssel zum Geheimarchiv des Paters hatte, könne ihre Nacktbilder ins Internet gestellt haben: 2008 wurde ein Ex-Schüler wegen Besitzes von digitalen Kinderpornobildern verhaftet.

 

Melle baut den realen „Brief der 500“ prominenten Ex-Schüler ein, den sie 2010 in den großen deutschen Medien platzierten, der ihren betroffenen Mitschüler aber sozusagen den Dolchstoß versetzte.  

Die Missbrauchsbeauftragte des Jesuitenodens (Ursula Raue) kommt vor, wie sie das Geständnis des Paters, pädophil zu sein, in „kopfpädophil“ verniedlicht. Das Schüsselwort in der Ako-Analyse der Betroffenen vom „pädophilen Himmelreich“ schwebt über Melles Stück ebenso wie die damaligen Schlagworte der Boulevardpresse von den „Patres der Schande“. Und nicht zuletzt wird das Thema Suizide ehemaliger Ako-Schüler aufgenommen: Das Buch „Unheiliger Berg“ machte den letzten bekannten Versuch von 2013 bekannt.

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28. Januar 2016

Die Deutsche Welle bespricht:

 

Der verdrängte Missbrauch - Thomas Melle am Theater Bonn

 

Das Theater Bonn spielt Thomas Melles Stück "Bilder von uns". Es geht um sexuellen Missbrauch durch Geistliche am katholischen Internat. Um Opfer, die keine sein wollen. Und um die Frage, ob Verdrängung hilft. Nacheinander betreten Schauspieler die abgedunkelte Bühne und verteilen sich auf Stühlen im Halbkreis. Mit der Vereinzelung aller Beteiligten beginnt Thomas Melles Stück. Und das ist programmatisch. "Keiner ist der Einzige", wird ein Betroffener später sagen, "aber jeder ist allein mit seinen Erinnerungen." Es sind Erinnerungen an das Unaussprechliche, den Missbrauch durch einen Pater, der seine Schutzbefohlenen in Dusche und Sauna anfasste, Nacktfotos knipste und die Halbwüchsigen sogar zu sexuellen Handlungen zwang. Das alles liegt, wie die Schulzeit, Jahre zurück. Inzwischen scheint Gras über die Sache gewachsen. Bis eines Tages dieses Foto auftaucht.

 

Jesko, ein 40-Jähriger Medienmanager, erfolgreich im Job und glücklich verheiratet, entdeckt das Bild auf seinem Handy. Es zeigt ihn als kleinen Jungen, entblößt. Weitere Fotos folgen. Will ihn jemand erpressen? Obwohl scheinbar harmlos, lassen ihn die Bilder nicht mehr los. Er hält sie vor seiner Frau geheim: Ist er denn ein Opfer? Gründet sein Leben etwa auf Selbstbetrug und Verdrängung? Jesko forscht nach dem anonymen Absender. Dabei bringt er einen Stein ins Rollen, löst einen deutschlandweiten Skandal um Missbrauch aus. Jeskos Leben gerät aus den Fugen.

 

Keiner will Opfer sein

 

Aber nicht nur seines: Drei weitere Betroffene kommen zu Wort. Es zeigt sich, dass die ehemaligen Schulkameraden bisher mit ganz unterschiedlichen Strategien überlebt haben. Da ist Malte, ein zu oberflächlichem Zynismus neigender Werbemensch, der offensive Aufklärung verlangt und in einer Talkshow auftreten will. Johannes, der erfolgreiche Anwalt, der am Vergangenen nicht rühren möchte. Und Konstantin, dessen Leben zerbrach, bevor es richtig begann: Während Jesko noch schwankt, bringt Konstantin sich um. Spätestens jetzt gerät auch Jesko völlig aus der Bahn: Bevor er mit dem Auto gegen einen Baum rast, geht seine Ehe zu Bruch. "Ich habe kein Problem mit Männern, die Opfer sind", hat ihm seine Frau gesagt, "sondern mit solchen, die keine sein wollen."

 

Hunderte kleiner Jungen sind an deutschen Elite-Internaten sexuell missbraucht worden. Thomas Melle, 1975 in Bonn geboren, hat in Bad Godesberg das "Ako", das von Jesuiten geführte Aloisiuskolleg besucht. Wie zuvor schon am Berliner Casinius-Kolleg und der Odenwaldschule gab es am "Ako" seit den 1950er Jahren bis 2005 sexuelle Übergriffe. Sie wurden erst 2010 öffentlich. Darauf spielt Melle an. Er beschreibt Zusammenhänge, übernimmt auch Einzelheiten und Fakten . Ein dokumentarisches "Schlüsselstück" habe er aber nicht geschrieben, stellt Melle in einem Interview klar, eher eine szenische Versuchsanordnung. "Jeder, der auf dieser Schule war, musste seine Vergangenheit neu betrachten, ob nun Betroffener oder nicht." Ein Kampf um die eigene Identität beginnt - und um die Deutungshoheit über das eigene Leben.

 

"Erzieherische Maßnahmen"

 

Wohl nicht zufällig veröffentlichten im Februar 2010 rund 500 ehemalige Schüler des Aloisiuskollegs einen offenen Brief, in dem sie angaben, selbst nie Missbrauch an der Schule erlebt zu haben. Im Abschlussbericht einer Untersuchungskommission des Jesuitenordens heißt es: "Nicht immer war der Missbrauch auf den ersten Blick ersichtlich." Einige seiner Taten habe der Hauptbeschuldigte als "pflegerische oder erzieherische Maßnahme" getarnt. So habe er gemeinsam mit Schülern geduscht, sie auch eingeseift. Zehn- bis Zwölfjährige mussten sich vor ihm vollständig entkleiden, bevor er ihnen rektal Fieber maß.

 

Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche

 

Wie also umgehen mit der Schmach, missbraucht worden zu sein - als Opfer eines Machtgefälles in einem geschlossenen System? Melles Stück nimmt die Opferperspektive ein, was die seelischen Qualen der Betroffenen spürbar werden lässt. Dass es neben der individuellen Verdrängung auch noch eine kollektive gibt, lässt er unausgesprochen. Das aber wird deutlich, als sich beim Round-Table-Gespräch nach der Aufführung die ehemalige Vorsitzende der Elternpflegschaft des "Ako" zu Wort meldet und schamhaft bekennt: "Unsere Kinder machten schon früh die Erfahrung, dass keiner ihre Geschichten hören wollte."

 

Melles Theatersprache ist - wie schon in seinen Romanen "Sickster" und "3000 Euro" - einfühlsam, treffend und präzise. Regisseurin Alice Buddeberg hat das dialoggetriebene Stück temporeich inszeniert. Die Bühne von Cora Saller kommt mit wenigen Accessoires - mit Stühlen und Diaprojektoren - aus. Die dezente Ausstattung unterstreicht umso mehr die hervorragende schauspielerische Leistung der Darsteller.

 

 

Die Redaktion empfiehlt

 

Hagenberg-Miliu: “Missbrauchte schämen sich“

 

Wie funktionierte der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Geistliche? Die Journalistin Ebba Hagenberg-Miliu im DW-Interview über das Bonner Aloisiuskolleg. (24.03.2014)  

 

 

http://www.dw.com/de/der-verdr%C3%A4ngte-missbrauch-thomas-melle-am-theater-bonn/a-19009268

 

 

26. Januar 2016

Auszug aus der Besprechung der Süddeutschen:

 

Theater Macher oder Opfer?

 

Zwei Uraufführungen über die Mechanismen von Missbrauch und Verdrängung in Köln und Bonn, geschrieben von Jens Albinus und Thomas Melle.

 

Von Cornelia Fiedler

 

Der Missbrauchsskandal am Bonner Aloisiuskolleg war gerade publik geworden, da erklärten 500 ehemalige Schüler im Februar 2010 öffentlich, sie hätten "weder sexuelle Gewalt noch Missbrauch" erlebt und betonten die Verdienste der Jesuiten-Schule. Warum dieser Schlag ins Gesicht der Betroffenen? Diese Frage untersucht Thomas Melle in "Bilder von uns". Alice Buddeberg hat das Stück am Theater Bonn zur Uraufführung gebracht: als kühle, bittere Versuchsanordnung zwischen Diaprojektoren und alten, hölzernen Schulstühlen. Von Übergriffen und vom Wegschauen, in diesem Fall innerhalb der Familie, erzählt auch das Stück "Umbettung" von Jens Albinus. Der Autor brachte sein neues, schmerzhaft komisches Familiendrama in eigener Regie am Schauspiel Köln auf die Bühne. Zwei beeindruckende Diskussionsbeiträge aus dem Theater über zwei Seiten der Verdrängung.

 

"Porträt des Machers als junges Opfer" - gehässig und denkbar mitleidlos fasst Ex-Mitschüler Johannes zusammen, was den erfolgreichen Medienmanager Jesko Drescher offenbar am meisten ängstigt: Die Vergangenheit droht ihn einzuholen, seitdem er anonym Nacktfotos zugeschickt bekommt. Der Junge darauf ist Jesko selbst, der Fotograf ein Pater des Franz-Xaver-Kollegs, wie Thomas Melle die Schule im Stück nennt. Jesko vermutet zunächst eine Erpressung, gleichzeitig drängen sich aber erste, schwer irritierende Erinnerungsfetzen in sein Bewusstsein.

 

Er trifft sich mit ehemaligen Mitschülern. Johannes (Holger Kraft) und Malte (Hajo Tuschy), auch sie kühl ironische Erfolgsmenschen, betonen reflexhaft, im Internat sei alles ganz "normal" gewesen. Doch mit den Aussagen von Konstantin (Benjamin Berger), der das Vorgefallene nicht vergessen konnte und in psychiatrischer Behandlung ist, wird klar: Systematische Übergriffe und sexualisierte Gewalt waren Teil dieser autoritär durchgesetzten "Normalität".

 

Bei Thomas Melle prägen die autoritären Strukturen auch die Sprache

 

Melle, der mit seinen Romanen "Sickster" und "3000 Euro" für den Deutschen Literaturpreis nominiert war und selbst Absolvent des Bonner Kollegs ist, eröffnet sein Stück wie einen Psychothriller. Dann aber werden die schnellen Dialoge immer wieder von lyrisch präzisen Reflexionen ausgebremst, in denen die Sprache manchmal vor sich selbst kapitulieren muss: Eine Sprache, in der es nicht gelingt, das Wort "Opfer" auszusprechen, ohne dass etwas von "Versagen" oder "Minderwertigkeit" mitschwingt. Eine Sprache, die von denselben autoritären Strukturen geprägt ist, die auch den Missbrauch ermöglichen. Letztlich sind es die Mitschüler, die an die Öffentlichkeit gehen. Jesko aber entscheidet sich gegen die Wahrheit, für bewusste Verdrängung, für die unbeeinträchtigte Erfolgsbiografie, und Benjamin Grüters jungenhaft charmanter "Macher" erstarrt zusehends zur Fassade seiner selbst. (…)

http://www.sueddeutsche.de/kultur/theater-macher-oder-opfer-1.2835445

 

 

 

 

 

 

22.Januar 2016

Uraufführung des Theaterstücks "Bilder von uns" Im Theater Bonn:

 

 

 

 

 

 

 

Ich war gestern mit drei Betroffenen, die auch in meinem Buch "Unheiliger Berg" schrieben, in der Uraufführung eines brillanten Stücks. Melle hat das sich (gegenseitig) Zerfressen der Opfer in atemberaubenden Dialogen und einer schlüssigen Szenenfolge auf den Punkt gebracht. Die ganze Tragik von Menschen, die, ob sie es wollen oder nicht, auch nach Jahrzehnten noch von der Willkür der Täter schwer gezeichnet sind und dann plötzlich selbst Schuld auf sich laden, kommt verdichtet auf die Bühne. Alice Buddeberg hat mit sensibler Hand präzise inszeniert. Die karge Bühne reichte völlig aus, denn die bildreiche und gleichzeitig pointierte Sprache Melles füllte den Saal. Die Schauspieler waren durch die Bank überzeugend. Die drei Betroffenen erkannten in den Rollen schmunzelnd die Palette der so typischen Ako-Mitschüler wieder.

 

Es war für mich, es war besonders für die drei Betroffenen ein denkwürdiger Abend, vor dem sie sicher auch Ängste hatten. Doch Melle hat sie an keiner Stelle bloßgestellt. Er hat ihre im "Unheiligen Berg" formulierte Leidensgeschichte zitiert, hat sie weitergesponnen und ein neues, ein eigenes Drama daraus entwickelt. Aber er hat immer den Respekt vor den Menschen behalten. Dafür bin ich Thomas Melle sehr dankbar. Möge das Stück die Diskussion um die Folgen jeglichen Machtmissbrauchs in neue Bahnen lenken. Mögen wir weiter dabei kommen, nicht immer nur die Täter, sondern die Opfer und die Aufgabe der Prävention in den Blick zu nehmen. Oder wie es ein Protagonist bei Melle ebenso wie im "Unheiligen Berg" sagt: "Ich bin nicht verjährt."

Ebba Hagenberg-Miliu

 

 

 

29. Januar 2016

Die Zinsmeister-Kommission über Melles Theaterstück:

 Bildergebnis für julia zinsmeister Foto. General-Anzeiger Bonn

Die 2010 und 2011 im Auftrag der Jesuiten tätige Unabhängige Aufklärungskommission „schwerer Grenzverletzungen zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen am Aloisiuskolleg Bonn – Bad Godesberg“ war am 27. Januar 2016 in der zweiten Vorstellung des Theaterstücks „Bilder von uns“ von Thomas Melle. Es sei ein „sehr bewegender Abend“ gewesen, meinten Professor Dr. jur. Julia Zinsmeister, Rechtsanwältin Petra Ladenburger und Diplom Pädagogin Inge Mitlacher.

Sie als Kommission hätten bis zur Herausgabe ihres Abschlussberichts im Frühjahr 2011 in Bonn den notwendigen sachlichen Blick auf die Vorfälle haben müssen. Das Buch „Unheiliger Berg“ habe im nächsten Schritt die Dokumentation und die Analysen geliefert. Und das Theaterstück finde nun einen neuen Zugang durch die Kunst, der gleichzeitig Distanz schaffe und neue Erkenntnisse fördere, sagte Zinsmeister. Die in das Stück eingegangenen Fakten über Missbruach am AKO stimmten mit ihrem Aufklärungsbericht von 2011 überein.

Es werde im Stück erneut klar, warum die Opfer so lange nicht gesprochen hätten, warum das besonders betroffenen Männern schwerfalle und wie „das System“ weiter wirke. Melle habe nachgezeichnet, dass sich gerade die Einflussreichen unter den AKO-Betroffenen bis heute nicht geoutet hätten, so Zinsmeister. Das Stück zeige: Jeder damals habe etwas gewusst, aber kaum jemand sage etwas, weil sonst die Schamgrenze überschritten werde und man sich selbst erniedrige, so Mitlacher. Ein wichtiges Theaterstück, resümierte Julia Zinsmeister.

Gleichzeitig lobte sie die weiteren Dialogbemühungen von Seiten des Aloisiuskollegs und der Betroffenengruppe Eckiger Tisch. Dahin zu kommen, dass das AKO jetzt in seiner aktuellen Erklärung die Unterzeichner des "Briefs der 500" von 2010 öffentlich auffordere, sich ebenfalls öffentlich auch zu den Betroffenen zu bekennen, sei ein großer Fortschritt im Aufarbeitungsprozess. Der "Brief der 500" ist auch wichtiges Element in Melles Theaterstück.

Ebba Hagenberg-Miliu

 

 

 

 

Weitere Links zur Uraufführung des Thomas-Melle-Stücks "Bilder von uns" im Theater Bonn:

 

https://www.facebook.com/Theater.Bonn/?fref=ts

 

http://www.theater-bonn.de/news/aktuell/aktuell/news/urauffuehrung-bilder-von-uns/

WDR-Lokalzeit aus Bonn Sendung vom 20.01.2016

 

 

 

 

20. Januar 2016

 Bild in Originalgröße anzeigen

 

 

 

 

 

Jetzt gibt`s auch ein Kurzvideo des Theaters Bonn zum Melle-Stück:

 

http://www.theater-bonn.de/spielplan/programm/monatspielplan/event/bilder-von-uns/vc/Veranstaltung/va/show/

 

 

 

 

20. Januar 2016

 

Bildergebnis für epd

 

Bildergebnis für domradio

 

Domradio übernimmt mein epd-Interview mit Thomas Melle:

 

Theater Bonn zeigt Stück zum Missbrauch am Aloisius-Kolleg "Schandfleck in das eigene Selbstbild integrieren"

 

Das Theater Bonn zeigt am Donnerstag die Uraufführung des Stücks "Bilder von uns". Der Berliner Dramatiker Thomas Melle verarbeitet darin die Missbrauchsfälle am Bonner Aloisiuskolleg. 

"Die Hintergründe im Stück sind den realen Ereignissen sehr ähnlich", sagte der 40-jährige Melle, der selbst Schüler am Aloisiuskolleg war, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es sei aber weder eine Fortführung der Arbeit der Betroffenenverbände noch eine Verteidigung oder Anklage der Täter, sondern eine "ästhetische Auseinandersetzung".

"Das Stück verhandelt fiktive Konflikte, die gleichwohl typisch für die Kämpfe in der Wirklichkeit sein mögen", sagte Melle.

 

Melle will nicht richten, sondern erhellen

 

Laut Aufklärungsberichten werfen 60 Betroffene 18 Jesuiten und fünf weltlichen Mitarbeitern des Kollegs sexuelle Übergriffe und Missbrauch vor, die von den 50er bis in die 2000er Jahre hinein stattgefunden haben sollen. "Ich war vor Ort, verstehe die Konflikte genau, die Abneigung, die Verteidigung, den Hass, den Stolz, alles. Und eben auch die Ambivalenz", sagte Melle. Es sei aber nicht seine Aufgabe zu richten, sondern "das Ganze mit den oft genug undurchsichtigen Mitteln der Kunst zu erhellen, eine eigene, komplexe Perspektive auf das Geschehen zu werfen".

Die Hauptfigur im Theaterstück, ein 40-jähriger Manager, wurde wie viele Kollegsschüler einst nackt von einem Pater fotografiert. "Das ganze System, in dem man aufwuchs, steht infrage, und der Kampf um die eigene Identität und Biografie setzt ein", sagte Melle, der mit seinen Romanen "Sickster" und "3.000 Euro" zweimal für den deutschen Buchpreis nominiert wurde.

 

Jeder geht anders mit dem Erlebten um

 

Wenn 40-Jährige erkennen, dass sie als Kinder von ihrem Erzieher nackt fotografiert wurden, löse das bei dem einen sehr viel aus, bei dem anderen gar nichts, sagte Melle. Dritte würden sich ein paar Wochen lang an den Kopf fassen und es dann verdrängen. "Ein Vierter dagegen ist schon längst zerbrochen", sagte der Dramatiker. Das liege auch daran, dass sich der Blick anderer Menschen auf die Opfer ändere. "Deshalb ist es ja auch so mutig von den Betroffenen, wenn sie zu reden beginnen."

Die Täter spielten in dem Stück kaum eine Rolle, sagte der Schriftsteller. Sie würden nur immer schuldiger, da sie sich nicht äußerten. "Wie schweigende, tote Götter hängen sie über der Szenerie und haben sich eigentlich schon aus dem Staub gemacht", erklärte Melle. Die Opfer müssten alles unter sich und mit sich selbst ausmachen.

Zum aktuellen Aufarbeitungsstand von realen Missbrauchsfällen an Schulen sagte der ehemalige Aloisiuskollegschüler, die betroffenen Institutionen könnten nur dann wieder funktionieren, "wenn sie offensiv damit umgehen, es nicht nur abarbeiten, um es wegzukriegen, sondern wirklich verarbeiten". Die Einrichtungen müssten "den Schandfleck in das eigene Selbstbild integrieren", sagte Melle. "Nur so geht es."

 

(epd-west, Ebba Hagenberg-Miliu)

 

http://www.domradio.de/themen/kultur/2016-01-20/theater-bonn-zeigt-stueck-zum-missbrauch-am-aloisius-kolleg

 

 

 

 

20. Januar 2016

Der Express und das Portal Theaterkompass kündigen die Melle-Uraufführung an:

 

 

http://www.express.de/bonn/premiere-ako-missbrauch-geht-in-bonn-auf-die-buehne-23420070

 

http://www.theaterkompass.de/news-einzelansicht+M5752f5d82e6.html

 

 

 

 

 

19. Januar 2016

 

Bildergebnis für wdr 3

 

"Ein fettes Theaterstück"

WDR 3 Mosaik - das Kulturmagazin:

Bericht über das Stück "Bilder von uns" von Thomas Melle ab 21. Januar 2016 im Theater Bonn und den Ausgangspunkt, den Missbrauchsskandal am Bonner Aloisiuskolleg:

 

http://www.wdr3.de/buehne/bilder-von-uns-106.html

 

 

 

 

16. Januar 2016

 

  

General-Anzeiger Bonn

 

Interview mit Thomas Melle
Bühnenstück "Bilder von uns" behandelt Missbrauch am Aloisiuskolleg


Am Donnerstag, 21. Januar, lädt das Theater Bonn zur Uraufführung des Stücks "Bilder von uns". Thomas Melle nimmt den Missbrauch an seiner Schule Aloisiuskolleg (Ako) zum Ausgangspunkt.

Mit dem Autor sprach Ebba Hagenberg-Miliu.

 

Das Thema Missbrauch gilt als "abgefrühstückt" ...
Thomas Melle: Wenn die Medien verstummt sind, setzt die Kunst zu sprechen an. Erst mit genügend Abstand zum Geschehen kann man versuchen, den Komplex in ein Theaterstück zu übersetzen, das ihm noch einmal andere Dimensionen abgewinnt. Und "abgefrühstückt" ist das Thema nicht, solange es Machtstrukturen gibt, die ausgenutzt werden.

Ihr Stück erinnert an Fälle am Bad Godesberger Aloisiuskolleg?
Melle: Ich erzähle eine alternative Geschichte des Skandals. Der Ausschnitt, den ich wähle, beschränkt sich auf das Hochkochen der Tatsachen und die sofort anspringende Deutungsmaschine samt Kollaps. Auch Zuschauer, denen der faktische Hintergrund fremd ist, werden mit den Fragestellungen viel anfangen können. Es geht um eine Neubewertung der Vergangenheit, um den Kampf um eigene und kollektive Biografien.

Sind nicht auch Parallelen zum Ako-Haupttäter der letzten Jahrzehnte da?
Melle: Unbedingt. Und doch ist es kein Schlüsselstück, sondern Fiktion. Die Figuren teilen nur den biografischen Hintergrund miteinander, der wiederum motiviert ist von den tatsächlichen Ereignissen. Ursprünglich wollte ich viel deutlicher vom Faktischen abweichen, aber irgendwann fragte ich mich: Warum eigentlich? Es ist doch alles genau der richtige Rahmen für den Kampf, den ich beschreiben will, die richtige Wirrnis, die richtige Bestürzung.

Bei Ihnen geht der Kampf weiter?
Melle: Mit den flirrendsten Positionen, von Schuldzuweisungen bis zu Abwehrmechanismen, von Hysterisierungstendenzen bis zu Totschweigeversuchen. Jeder, der auf dieser Schule war, muss seine Vergangenheit neu betrachten. In was für einem System ist man eigentlich aufgewachsen? Diese Umdeutung hat ein fast schon lebensbedrohliches Konfliktpotenzial, wenn man es genau bedenkt.

Ist das Nackt-Fotografieren von Kindern überhaupt Missbrauch? Stichwort Edathy.
Melle: Mein Statement dazu ist mein Stück. Als Autor finde ich diese graduelle Verfehlung sogar interessant: Es sind Bilder, und auch die harmlosen werden von denen, die ins Pornografische gehen, kontaminiert. Wo beginnt der Übergriff? Ab wann werden Leben womöglich traumatisiert? Das ist auch von Mensch zu Mensch verschieden: Was dem einen ein Witz, ist dem anderen ein Trauma. Für den Dramatiker ist das erst einmal ein guter, schillernder Stoff.

Sie ziehen Parallelen zur griechischen Tragödie?
Melle: Der Einzelne findet sich in einem Schuldzusammenhang wieder, für den er nichts kann, und opfert sich und die Seinen symbolisch oder gar real. Und lädt so wieder Schuld auf sich.

Wie spielt Ihr persönlicher Hintergrund als ehemaliger Ako-Schüler ins Stück hinein?
Melle: Ich war vor Ort, kenne die Zusammenhänge, habe Erinnerungen angezapft, dann aber wieder, um des Textes willen, so getan, als wäre ich nicht dabei gewesen. Ich weiß genau, worum es geht, gerade ich, der ich, trotz aller Verachtung, dieser Schule auch viel verdanke.

Und wie beurteilen Sie den Stand der realen Aufarbeitung der Ako-Fälle?
Melle: Ich weiß nicht, wie dieses Problem zu lösen ist. Was wäre die adäquate Form? Wann wäre die Aufarbeitung zu Ende? Ich wundere mich über die Kleingeistigkeit, die offenbar wurde, gerade bei Menschen, die ich sehr schätzte.

Wie beurteilen Sie die Lage nach der aktuellen Ako-Erklärung?
Melle: Die Schule macht meiner Meinung nach einen großen Fehler: Sie integriert den Schandfleck nicht in ihr Selbstbild, tut meist nur das Nötigste, versucht, aus Gründen der PR - hier ganz weltliches Unternehmen - das Geschehene zu "managen". Dann wieder folgen unverhältnismäßig emotionale Beichten, die durch Kniefall mit allem abschließen wollen. Doch die Vergangenheit ist gegenwärtig. Die Schule müsste diesen Komplex deshalb aktiv in ihre Identität aufnehmen, um ihn tatsächlich zu verarbeiten - und so irgendwann womöglich wieder die Wahrhaftigkeit auf ihrer Seite zu wissen.


Zur Person
Thomas Melle, 1975 in Bonn geboren, Absolvent des Aloisiuskollegs, schreibt Romane und Theaterstücke. Seine Romane "Sickster" und "3000 Euro" wurden für den deutschen Buchpreis nominiert. Für das Theater Bonn übersetzte er in der letzten Spielzeit William Shakespeares "Königsdramen", die Alice Buddeberg in der Halle Beuel als zweiteiliges Theaterspektakel in Szene setzte.


Die Inszenierung
"Bilder von uns" kommt in der Regie von Alice Buddeberg als Uraufführung am Donnerstag, 21. Januar, auf die Werkstattbühne des Bonner Theaters. Es spielen Benjamin Grüter, Hajo Tuschy, Holger Kraft, Benjamin Berger, Johanna Falckner, Mareike Hein und Lydia Stäubli. Weitere Aufführungen am 27. Januar, 2., 11., 13. und 19. Februar, 20 Uhr. Karten in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/kultur/buehnenstueck-bilder-von-uns-behandelt-missbrauch-am-aloisiuskolleg-article1803485.html#plx441984411

 

 

 

 

3. Februar 2016:

 

Die Malerin Heike Vennemann-Bundschuh schrieb nach Besuch einer Theaterauführung von „Bilder von uns“ in Bonn:

 

„ Das Theater war wieder ausverkauft. Dennoch hätte man eine Stecknadel fallen hören können. Habe ich selten erlebt. Das Stück von Thomas Melle war beeindruckend, fesselnd und ging mir wie vielen anderen (insbesondere tatsächlich Männern!) an die Nieren. Das letzte Drittel war richtig schwere Kost. Mal sehen, ob das Stück auf Tournee durch die deutsche Theaterlandschaft geht. Hauptsache ist, dass das Thema in der Diskussion bleibt. Gerade in dieser komprimierten Theaterversion wurde nochmals deutlich, wie viel da noch zu klären wäre (u. a. die Rolle des Ex-Rektors Pater Theo Schneider). "Es gibt keine Erlösung" und "Ich bin nicht verjährt" sind für mich die Kernsätze im Stück, die noch immer in meinem Kopf kreisen. Das Bild des projizierten Selbstmordes ist in meinem virtuellen Gedächtnis festgebrannt. Der Schauspieler Benjamin Berger traf mitten ins Herz.

Ich glaube, dass ein solches Stück durch Ihre unermüdliche journalistische Arbeit am Thema erst möglich geworden ist, Frau Hagenberg-Miliu. Ihre akribische Recherche für Ihr Buch „Unheiliger Berg“ hat im Stück einiges vorgegeben (etwa dass der Täterpater nur kopfpädophil sei, den „Brief der 500“, die Originalaussagen von Betroffenen usw.). Ich wünsche Ihnen weiterhin guten Mut bei der Arbeit an diesem wichtigen Thema.

 

 

 

 

 

3. Februar 2016:

 

Nachtrag zum Theaternachgespräch des Evangelischen Forums und Katholischen Bildungswerk in der Werkstattbühne Bonn am 27. Januar:

 

Bildungswerk-Leiter Dr. Johannes Sabel sagte, auch er als Vertreter der Katholischen Kirche müsse angesichts der im Stück gezeigten Folgen von Missbrauch, so schwer es ihm falle, den Kernsatz wiederholen: „Es gibt keine Erlösung“. Das Stück konzentriere sich lobenswerterweise ganz auf die Perspektive der Opfer, die ansonsten oft zu kurz komme. „Sie waren Kinder in einer katholischen Schule, aber sie haben da die Hölle erlebt.“ Der Riss, der durch die Taten in ihnen entstanden sei, könne nicht einfach heilen, so Sabel. „Aber natürlich gibt es die Erlösungsverheißung des Glaubens. Das Geheimnis der Erlösung kann für manchen auch Erniedrigung sein.“

 

Andererseits vertrat im Gespräch eine Besucherin vehement die Auffassung, die Fakten über Missbrauch am Bonner Aloisiuskolleg, auf die das Stück von Thomas Melle aufbaue, entsprächen nicht der Realität bzw. den Erkenntnissen der Aufklärungskommission. Warum das Theater Bonn ein solches Stück mit Steuergeldern inszeniere? Ich antwortete der Frau, dass genau diese Zinsmeister-Aufklärungskommission eben mit ihr diese Aufführung gesehen habe und versichere, alle Fakten entsprächen ihren Erkenntnissen (siehe Eintrag oben).

 

Leider sind die Bausteine zum Stück ja sehr real:

http://unheiliger-berg.jimdo.com/leseproben/kindernacktfotos/

 

 

 

 

13. Februar 2016

Bonner Theaterzeitung Februar 2016, S. 3: